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Art Challenge - ein Fazit!

Plötzlich war da diese Idee ...

... selber eine Challenge durchzuführen. Nach meiner ersten ArtChallenge, wusste ich, welches Potenzial darin steckt. Aber finden sich dafür Teilnehmerinnen? Und was sind ihre Beweggründe, an dieser Challenge teilzunehmen?

 

Ich habe einfach meine Teilnehmerinnen gefragt!

  • ich will die Abende nicht immer vor dem Fernseher verplempern
  • ich möchte Aufgaben erkunden, die brach liegen, für die ich mir sonst keine Zeit nehme
  • ich habe Phasen, wo ich überhaupt nicht in die Gänge komme
  • schaffe ich es zeitlich, mich dadurch ein bisschen besser zu organisieren und Zeit für meine Kunst zu haben?
  • lerne ich da neue Leute kennen? Was treibt die an, was machen die, wie arbeiten sie?
  • sind 30 Tage vielleicht eine gute Methode eine neue Technik zu erlernen?
  • bekomme ich das Kreative in meinem Alltag verankert?
  • kann ich die ArtChallenge von der Idee her, auch in andere Bereiche meines Lebens übertragen?
  • einfach nur mal 30 Tage kreativ üben - ohne Ziel!
  • super Idee, da bleibst du mal an einem Thema dran und variierst 
  • ich traue meinen eigenen Fähigkeiten noch nicht richtig über den Weg - will mich aber trauen, jeden Tag ein kleines bisschen zu wachsen
  • oft denke ich, ich habe keine Zeit! Und sehe dann die anderen, die so viel machen! Da habe ich entschieden, ich muss einfach mal was tun

 

Niemals hätte ich gedacht, dass so viele Dinge hochkommen ...

Mitten in der Challenge habe ich meine Teilnehmerinnen eingeladen, mir ein kurzes Interview zu geben. Da gab es schon wirklich spannende Erkenntnisse.

  • es kommen viele Dinge hoch, wenn ich zu arbeiten beginne und dabei das Spielerische zulasse
  • ich habe oft einen zu hohen Anspruch an mich und das setzt mich unter Druck - mein Learning: schauen, wo ich mir zu viel vornehme und Ansprüche reduzieren
  • das kleine Format wird zügig zu etwas, dass gefällt mir an der 30 Tage Challenge besonders gut
  • ich habe viel positives Feedback von Freunden und der Familie bekommen
  • es macht mir Freude, meinen inneren Kritiker ausgeschaltet zu haben
  • wenn das Improvisieren beginnt, dann kommen die faszinierendsten Dinge dabei raus
  • ich wollte eigentlich alleine eine Challenge machen aber es ist viel schöner es mit anderen gemeinsam zu machen
  • oh wie toll diese Challenge ist, so etwas hätte ich schon viel früher machen sollen
  • zu sehen, wie der Entwicklungsprozess bei allen einsetzt, inspiriert mich
  • was mir gefällt, ist darin zu leben, einfach den ganzen Tag immer wieder daran zu denken
  • ich gehe über das hinaus, was ich bisher kann - in eine Richtung, die ich mir vorher nicht zugetraut habe
  • ich genieße den Spaß, vieles auszuprobieren ohne den Druck, dass etwas dabei rauskommen MUSS
  • wie schön, dass ich jeden Tag kreativ arbeiten kann
  • ich merke gerade, was ich für einen kreativen Fundus im Kopf habe, Dinge die ich jetzt zoomen und genau auf den Punkt bringen kann
  • bis hierhin bin ich nur gekommen, weil ich wirklich dran geblieben bin, und weil wir so miteinander kommuniziert haben - das ist für mich eine ganz tolle Erfahrung

Du musst dich fallen lassen können ...

Jeden Tag ein fertiges Kunststückchen war manchmal zweitrangig.

  • So wurde ganz nebenbei ein Atelier umgeräumt, um künftig beim "Tag des offenen Ateliers" mitzumachen. Meine Meinung dazu: Wenn meine Challenge dazu animiert, einen Raum für mehr kunstbegeisterte Zuschauer zu eröffnen, dann gehört das sehr wohl zur Challenge und macht mich glücklich!
  • Es gab private Ereignisse - die aus der Bahn geworfen haben. Und es war schön, zu sehen - wie trotzdem wieder zurückgefunden wurde zur Challenge. Das hat mich berührt.
  • Es gab ein Leben vor der Challenge und das war ebenso berührend. Drei Frauen hatten lange Zeit ohne ihre kreative Leidenschaft gelebt. Und sie haben durch die Challenge zurückfinden und wieder anknüpfen können. Danke für eure Erzählungen!

 

Meine Teilnehmerinnen haben viel gelernt aber ich nicht minder! Und so haben wir uns alle mit Ideen in die Challenge hineinbegeben, haben uns fallen lassen und sind auf jeden Fall mit vielen Ergebnissen und Erkenntnissen beschenkt worden. Mein dickes, fettes, riesengroßes, großes Dankeschön an alle Teilnehmerinnen!

 

Unter meinem Kopfkissen liegt jetzt ein großes Blatt Papier ...

... da hebe ich alle erhaltenen Feedback-Kommentare auf.

 

"Der Kurs hat mir ein tägliches Zeitfenster geöffnet, in dem ich unverbindlich neue Dinge ausprobieren konnte. Diese Zeit nehme ich mir sonst eher nicht." Birgit Schüller

 

"Ich empfand es als hilfreich zu wissen, dass ich jederzeit in Kontakt treten kann, aber nicht muss: Als Künstlerin ist man ja meist sehr für sich und da ist es wunderbar, eine Gemeinschaft hinter sich zu wissen. Vorteilhaft war natürlich auch der "Zwang" an dem gewählten Thema zu bleiben. Ohne die FB-Gruppe hätte ich sicher keine 30 kleinen Arbeiten gemacht und hätte so auch nicht das Potenzial meines gewählten Themas erkannt." Carola

 

"Ich bin sehr zufrieden mit meinem Weg, den ich gefunden habe, und möchte die Art, jeden Tag ein Stückchen zu arbeiten, weiter machen." A.H. Esser

 

"Der Kurs war sehr hilfreich für mich, um neue Darstellungsmöglichkeiten der Eulen zu testen. Ich habe gemerkt, dass ich Übung bekam und die Arbeiten besser wurden. Es kamen viele neue Ideen, die ich weiter ausprobieren werde. Manche Ideen werde ich in größerem Format umsetzen. Die Challenge hat mich wieder regelmäßig in mein Atelier gebracht, eine Routine, die ich beibehalten möchte." Dr. Monika Kirk

 

"Für mich war der Kurs ein Kreativitätsbooster, nicht nur bei meiner Textilkunst, sondern es färbte auch auf andere Bereiche ab." birgitkhtextilKreativ

 

"Ich halte so ein Format für sehr nützlich, besonders wenn man gerade blockiert ist und nicht weiß wie man weitermachen möchte. Die spielerische Komponente ist gut um die Kreativität freizusetzen, und zusätzlich kann man am Ende ein Stück fertigmachen, wenn man mit den Ergebnissen zufrieden ist. Ich denke, ich werde das jetzt jedes Jahr machen, und der Jahresanfang war zeitlich ideal dafür. Es ist erstaunlich, wieviel man geschafft kriegt wenn man jeden Tag konsequent dranbleibt." Regina Marzlin

 

"Schön war, dass ich mal wieder mit Stoff arbeitete. Ansonsten bin ich auch sonst täglich künstlerisch aktiv."

 

"Der Kurs hat mich angespornt!" Sonia Leber

 

"War der Kurs hilfreich für dich? Ja, sehr! Ganz zum Schluss bin ich auf eine Technik gestoßen, die ich weiterverfolgen möchte." Dagmar

 

"Der Kurs war für mich insofern hilfreich, weil ich wieder mal Techniken benutzt habe, die schon lange geschlummert hatten und wieder hervor geholt wurden und somit war die Inspiration für Neues da." Bella Schön

 

"Am Anfang musste ich mich zu dieser Disziplin zwingen, täglich ein Werk "abzuliefern". Dann wurde es langsam zur Gewohnheit. Jetzt kann ich gar nicht mehr ohne :-). Dieser Kurs hat mir geholfen, konsequent an einem Thema dran zu bleiben und mich damit auseinanderzusetzen. Ich fand es erstaunlich und sehr motivierend, selbst zu merken, wie ich mich dadurch weiter entwickle. Danke Dir!" Regina

 

"Der Kurs hat mir geholfen eine tägliche Routine in meine kreative Arbeit zu bringen. So lange habe ich mich vorher nie mit einem Thema beschäftigt. Das war nicht immer leicht, aber lehrreich. Die Gruppe und die täglichen Mails haben mich motiviert, wenn ich mal einen Durchhänger hatte. Ich könnte mir gut vorstellen mit einem neuen Thema nochmal teilzunehmen." Verena

 

"Auf jeden Fall, da ich wirklich etwas Neues in meiner textilen Gestaltung ausprobiert habe. Ob es textile Kunst ist, weiß ich nicht, aber bei einigen Stücken sicherlich. Vielleicht ein neuer Weg für mich? Werde auf jeden Fall eine nächste Challenge mitmachen." Gabriele Wall

 

"Ich habe das Ganze als Arbeitsübung (wirklich täglich nähen) und technisches Experiment (Problemlösung für einen kommenden Quilt) angefangen. Meine weiteren Ziele waren: Freier zu arbeiten, auf den Prozess einzugehen statt Perfektion zu erwarten und mich an Arbeiten zu wagen, vor denen ich immer etwas Angst hatte. Ich habe sehr viel gelernt: welche Art von Techniken ich mag und welche nicht; Überraschungen einzugehen und nachzuverfolgen, wie ich auch mit etwas, das ich als 'misslungen' betrachte, doch zu etwas schönem verändern kann; wie Kreativität sich selber motiviert, weiter zu machen. Ich war ziemlich enttäuscht, als die 30 Tage vorbei waren. Es ist sehr wahrscheinlich, dass ich mich jetzt selber, solch einer eigenen Challenge stelle." Holly

 

Wer kein konstruktives Feedback bekommt, hat auch nicht danach gefragt ...

 

Findest du es nicht auch schrecklich, wenn auf den Seiten immer nur die netten Texte geteilt werden? Wer glaubt denn so was? Natürlich erhält man als Organisator auch konstruktives Feedback. Wer keins bekommt, kann nicht besser werden!!!

 

Und deshalb teile ich hier auch, was ich beim nächsten Mal noch besser machen möchte.

  • "Pausentage (z. B. Sonntag) wären toll"   *das wäre eine Überlegung wert
  • "Für den Einstieg sind 30 Tage gut geeignet, ich könnte mir aber auch 50 Tage vorstellen, weil mir scheint, die interessanten Einfälle kommen erst nach einer ganzen Weile"  *das wäre eine Überlegung wert
  • "Ich fände es sehr spannend, von Dir konstruktive Kritik zu bekommen, weil ich überzeugt bin, dass Du jemand bist, der mir helfen könnte, mich weiter zu entwickeln."   *beim freien Improvisieren bin ich zurückhaltend, werde ich aber künftig je nach Wunsch der Teilnehmerin integrieren
  • "Ich denke, dass es sehr schwierig ist, zwei Challenges fast zeitgleich laufen zu lassen und somit kann man in meinen Augen nicht allen gerecht werden. Es ist wie im Leben, die am lautesten rufen, werden am meisten wahrgenommen."  *nie wieder zwei gleichzeitig! *werde schneller nachfragen, wenn jemand still ist! Versprochen!
  • "Als Weiterführung, meinen eigenen Weg zu finden, würde ich jetzt persönliches Feedback, auch kritisches, schätzen."  *werde ich künftig in einem zeitlichen Rahmen integrieren (die neue Challenge wird kurze Feedback-Gespräche enthalten) und darüber hinaus biete ich EXTRA-Coaching an
  • "Du dürftest ruhig etwas fordernder sein! Ich selbst liebe konstruktive Kritik - aber das geht dann schon Richtung Coaching. Wobei ich schon weiß, was ich will! - Denkanstöße - finde ich immer gut! Das heißt, nicht, dass ich meine Arbeitsweise ändern würde!" *ich bin etwas zurückhaltend, wenn ich zur freien Improvisation aufrufe, werde aber künftig fragen, wer konstruktive Kritik möchte und persönliche Feedbacks anbieten

* meine Anmerkungen! Und danke für eure konstruktiven Hinweise!

 

Und bevor ich jetzt kein Ende finde ...

... überlasse ich das letzte Wort einer Teilnehmerin der 30 Tage ArtChallenge:

 

Ich hoffe, dass Du weiterhin so tolle Angebote ausarbeitest und viele Menschen erreichst, da der Austausch mit Gleich- oder Ähnlichgesinnten in unserer Kunst-Szene - doch oft recht stiefmütterlich behandelten Branche - äußerst wichtig und für alle Beteiligten so überaus befruchtend und spannend ist.

Ein herzliches Dankeschön an Dich, Marianne!

 

Meine Antwort: ich bin gespannt, was mir noch einfällt und was sich die Kunst-Szene wünscht :o)

Fakten, Fakten, Fakten ...

am Ende.

 

Neujahr und dann ging's los, am 03. Januar 2019 -

starteten: 44 Künstlerinnen -

in den Kunstrichtungen: Textil, Malerei, Mixed Media -

das Ergebnis: ca. 1.160 Kunststückchen -

 auf Facebook: 873 Fotos (13.02.) -

 auf Instagram: 492 Fotos und -

452 neue Follower (über alle Teilnehmerinnen) -

das sind 12% Zuwachs -

 

lässt sich sehen, unsere #30TageArtChallenge